Historischer Bestand, moderne Wärmelösung

 

Eine Stadtvilla aus dem Jahr 1880, denkmalgeschützt, über 500 Quadratmeter Wohnfläche, klassische Radiatoren, für viele klingt das nicht nach einem Gebäude, das sich für eine Wärmepumpe eignet. Genau deshalb ist dieses Projekt in Eiserfeld bei Siegen so besonders. Denn es zeigt eindrucksvoll, dass die Energiewende auch dort möglich ist, wo viele zunächst zweifeln. Früher lag der jährliche Heizölverbrauch des Gebäudes bei rund 15.000 Litern. Die bestehende Anlage arbeitete mit einer Vorlauftemperatur von 80 °C und war damit weder zeitgemäß noch wirtschaftlich.

Im Rahmen einer Testphase wurde geprüft, ob das historische Gebäude auch mit geringeren Vorlauftemperaturen zuverlässig beheizt werden kann. Das Ergebnis: Bei 55 °C Vorlauf, -10 °C Außentemperatur und mehr als 20 °C Raumtemperatur konnte das Haus komfortabel beheizt werden. Bereits dadurch sank der Ölverbrauch auf rund 8.000 Liter pro Jahr. Heute übernimmt eine Wärmepumpen-Kaskade aus vier Geräten die Wärmeversorgung. Gemeinsam stellt sie bis zu 28 kW Leistung bei 55 °C Vorlauftemperatur bereit.

Besonders eindrucksvoll ist die Effizienz des Systems: Mit 22.000 kWh Strom erzeugt die Anlage jährlich 70.500 kWh Wärme. Das entspricht einer Arbeitszahl von über 3,2 und zeigt, wie leistungsfähig moderne Wärmepumpensysteme selbst in anspruchsvollen Bestandsgebäuden sein können. Auch wirtschaftlich setzt das Projekt ein klares Zeichen: Gegenüber der früheren Ölheizung spart das Gebäude heute rund 10.000 Euro pro Jahr. Der Solar Manager übernimmt die intelligente Steuerung und das Monitoring. 

Dieses Referenzprojekt macht deutlich, Wärmepumpen sind nicht nur etwas für Neubauten. Sie können auch in historischen Gebäuden mit bestehenden Radiatoren eine technisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung sein.

 

 

 

 

In Zusammenarbeit mit Weinkopf GmbH